Legasthenie/LRS/Dyskalkulie

legasthenieZumindest in der eigenen Erstsprache perfekt lesen und schreiben sowie für den Alltag relevante rechnerische Aufgaben lösen zu können, zählt zu den grundlegenden Anforderungen, um in unserer Gesellschaft leben und arbeiten zu können.

Legasthene Menschen haben aufgrund einer biogenetischen (angeborenen) veränderten Verarbeitung von Sinneseindrücken Schwierigkeiten im Umgang mit Symbolen, also auch mit Zahlen und Buchstaben. Dies kann, sofern die Legasthenie nicht rechtzeitig erkannt und mit einer entsprechenden Förderung begonnen wird, für den betroffenen Menschen schwerwiegende Folgen (z. B. sekundärer Analphabetismus sowie psychische und soziale Beeinträchtigungen durch wiederholte Misserfolge im Bereich der Kulturtechniken) mit sich ziehen.

Legasthenie/Dyskalkulie zeichnet sich grundsätzlich durch folgende Merkmale aus:

  • Eine zumindest zeitweilige Unaufmerksamkeit beim Lesen, Schreiben und/oder Rechnen, während die Aufmerksamkeit bei anderen Aktivitäten (Singen, Malen, Spielen etc.) auch über einen längeren Zeitraum aufrecht erhalten werden kann.
  • Auffälligkeiten im Bereich der Sinneswahrnehmungen (insbesondere Sehsinn, Hörsinn, Tast- und Bewegungssinn à Körperwahrnehmung und Raumlage).
  • Wahrnehmungsfehler (Lese-, Schreib-, Sprech- und Rechenfehler), die durch veränderte Sinneswahrnehmungen entstehen.

Nach internationalen Schätzungen sind etwa 10% der Weltbevölkerung, darunter auch über ihre Zeit hinaus berühmte und begabte bzw. sogar hoch begabte Persönlichkeiten (u. a. Albert Einstein, Alfred Hitchcock und Agatha Christie) von Legasthenie betroffen.

Legasthenie ist also keineswegs ein Anzeichen mangelnder Intelligenz!

Sie können Ihr legasthenes Kind dabei unterstützen, seine Talente bestmöglich zu nutzen, indem Sie ihm möglichst früh entsprechende Förderung in Form von Legasthenietraining zukommen lassen!

Lese-Rechtschreibschwäche (LRS)

Im Gegensatz zu Legasthenie und Dyskalkulie ist LRS nicht angeboren, sondern durch diverse innere und äußere Faktoren im Laufe der Zeit erworben. Die Symptome einer erworbenen Lese-Rechtschreibschwäche sind oftmals nicht leicht von denen einer Legasthenie zu unterscheiden. Im Interesse des betroffenen Menschen ist in jedem Fall eine baldigste Abklärung angeraten, da bei einer unbehandelten LRS mit ähnlichen Spätfolgen zu rechnen ist wie bei einer angeborenen Legasthenie.